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Nobelpreisträger in Mönchengladbach - Ein Abend...
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Literatur-Nobelpreisträgerin HertaMüller zu Gast in MönchengladbachUm die rettende Macht der Worte und Rituale in ausweglosscheinenden Situationen geht es im Werk der Rumänin, dieseit über 30 Jahren in Deutschland lebt. Sie liest am 19. Mai2020 in der Kaiser-Friedrich-Halle aus ihren Werken.Pressemitteilung vom 29. November 2019?Landschaften der Heimatlosigkeit? nannte die Nobelpreis-Jury HertaMüllers Romane. Vor zehn Jahren erhielt sie die weltweit höchste Auszeichnung für Autoren. Herta Müller gehört zu den großen Schriftstellerndes 20. Jahrhunderts. In ihren Büchern hat sie die jüngere rumänischdeutsche Geschichte lebendig werden lassen und die Verwundungengezeigt, die den Menschen unter der Diktatur des Ceausescu-Regimeszugefügt wurden. Auf Einladung des Initiativkreises kommt die Autorinam 19. Mai 2020 nach Mönchengladbach. Um 20 Uhr wird sie in der Reihe ?Nobelpreisträger in Mönchengladbach? in der Kaiser-Friedrich-Halleeinen Einblick in ihr Werk geben.Müller hat ihr ganzes Leben lang gegen die grausamen, menschenverachtenden Seiten des Kommunismus angeschrieben. Wer ihre Bücher liest,sieht nicht nur das Ceausescu-Regime, sondern jeden Überwachungsstaat mit anderen Augen. Geboren wurde Herta Müller 1953 im rumänischen Banat. Aufgrund ihrer Weigerung mit der Geheimpolizei Securitatezusammenzuarbeiten, verlor sie ihre Arbeit. Als sie die Diktatur in ihrenersten Büchern öffentlich kritisierte, kam ein Publikationsverbot dazu. Siewurde bespitzelt, bedroht und verhört. 1987 reiste sie nach West-Berlinaus. Seit 1995 ist Müller Mitglied der Deutschen Akademie für Spracheund Dichtung. Herta Müllers Bücher handeln immer auch von Misstrauen, Einsamkeitund der rettenden Macht der Worte und kleinen Rituale. Eines davon istdas Taschentuch, das ihre Mutter ihr jeden Morgen mit auf den Weg gab.Es half ihr, als sie in ihrer Heimat von den Schergen Ceausescus schikaniertwurde ? als gebügeltes, gefaltetes Symbol für mütterliche Geborgenheit.Man nahm ihr in ihrem Beruf als Übersetzerin den Schreibtisch weg. Dasetzte sie sich draußen auf einer Treppe auf ein weißes Taschentuch. Esgab ihr in dieser demütigenden Situation die Würde zurück. ?Ich hatte zehn Jahre Zeit zu üben, wie es sich lebt, wenn der eigene Todvielleicht schon längst als staatliche Maßnahme auf ein Stück Papier geschrieben ist?, sagt Herta Müller. Sie hat Unterdrückung, Qualen und Todesandrohungen erlebt. Davon legen ihre Bücher, Aufsätze und RedenZeugnis ab. Für ihr literarisches Werk bekam sie zahlreiche Ehrungen.Doch all das kann nie wiedergutmachen, was sie und mit ihr viele andere unter Ceausescu erlebt haben. Wie diese Autorin darauf beharrt, dasssich manche Geschehnisse eben nicht literarisch verarbeiten lassen - dasmacht ihr Werk und sie selbst als Person so glaubwürdig. ?Ihre poetischeSprache ist mit Todesangst erkauft?, formulierte es der Politikwissenschaftler Günther Rüther. Müllers Wörterwelt ist bildreich und spröde,schön und hart zugleich.Am 19. Mai wird sie einen Einblick in zwei ihrer Werke geben. In ?Mein Vaterland war ein Apfelkern? erzählt Müller im Gespräch mit der JournalistinAngelika Klammer ihre Lebensgeschichte. In ?Atemschaukel? schreibt sieüber den jungen Hermannstädter Leopold Auberger, der 1945 mit 17 Jahren in ein sowjetisches Arbeitslager deportiert wurde, über Hunger, Kälteund Einsamkeit. Mit diesem erschütternden Hauptwerk hat Herta Müllerall denen ein Denkmal gesetzt, die als Zwangsarbeiter in sowjetischen Lagern für die Verbrechen der Nationalsozialisten büßen sollten. ?Ein atemberaubendes Meisterwerk?, schrieb die ZEIT. ?Ein kühnes Sprachkunstwerk, das seinesgleichen sucht?, befand die Süddeutsche Zeitung.

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 04.04.2020
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